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Diesel-Abgasskandal nimmt kein Ende

Die Schadensersatzansprüche gegen die PKW-Hersteller im Diesel-Abgasskandal - insbesondere VW - sind in den meisten Fällen noch nicht verjährt, auch wenn die Anwälte der Autohersteller versuchen, dies in verschiedenen Aufsätzen und Publikationen so darzustellen. Die regelmäßige Verjährungsfrist beginnt erst dann, wenn der PKW-Käufer über das Vorhandensein der Betrugssoftware durch den Verkäufer oder Hersteller unterrichtet wurde. In den meisten Fällen wurden die Autokäufer allerdings erst im Jahre 2016 oder später darüber informiert, so dass die Ansprüche frühestens am 31.12.2019 verjähren.

In vielen Fällen sind die Gerichte kundenfreundlich und gewähren entweder eine Rückabwicklung des Kaufvertrages oder die Lieferung eines mangelfreien Neuwagens.

Ich möchte kurz an einem Fall, den das Landgericht Nürnberg-Fürth entschieden hat, zeigen, wie eine solche Rückabwicklung tatsächlich durchgeführt wird:

Der Käufer erwarb im Jahre 2014 einen Gebrauchtwagen der Marke VW vom Typ Touran Life 2.0 mit einem Kilometerstand von 26.500. Der Kaufpreis betrug ca. 24.000 Euro. 

Im Mai 2019 hatte der Wagen eine Laufleistung von 90.000 km. 

Bei einem Privatverkauf wird man für ein solches Auto voraussichtlich nicht mehr wie 12.000,00 bis 14.000,00 Euro erzielen können. Hinzu kommt, dass Dieselfahrzeuge mit der Betrugssoftware und dem aufgespielten Update ohnehin schwer zu verkaufen sind, da unklar ist, welche Auswirkungen das Update auf die Laufleistung, den Verbrauch und die Langlebigkeit des Motors hat.

Das Gericht verurteilte VW dem Käufer den Kaufpreis von 24.000 Euro zurückzuerstatten und den PKW zurückzunehmen.

Für den Zeitraum zwischen der Mitteilung von VW, dass der Wagen mit der Betrugssoftware ausgestattet ist und dem Rückabwicklungs-verlangen des Käufers (hier ca. 4 Jahre) muss er sich einen Gebrauchsvorteil/ Nutzungsersatz anrechnen lassen. In diesem Fall waren das ca. 4.000 Euro. Für die zur Verfügungsstellung des Kapitals an VW in Form des Kaufpreises erhält er einen Nutzungszins von 4 Prozent auf 10 Prozent des Kaufpreises vom Kauftage an – hier insgesamt 500 Euro. Es ergibt sich daher folgende Abrechnung:

 

Einen solchen Betrag wird der Käufer bei Inzahlunggabe an einen Händler oder im freien Verkauf an Privat nicht annähernd erzielen können.

 

Sollten Sie weiterführende Informationen oder eine kostenlose Erstberatung benötigen, wenden Sie sich an uns. Wir unterstützen Sie sofort und zuverlässig bei allen Fragen rund um den Abgasskandal!

24.000 Euro

- 4.000 Euro

     500 Euro

 20.500 Euro

Kaufpreis

abzgl. Nutzungsersatz

zzgl. Zinsen

Summe